Schattenarbeit

Menschen wollen alles kontrollieren, weil sie wissen und spüren, dass sie das Wichtigste nicht unter Kontrolle haben; sich selbst und ihr Leben.

Vertrauen, Hingabe, sich fallen lassen, loslassen – alles Dinge, die uns Menschen immer wie schwerer fallen.
Im Fokus der heutigen Zeit: Kontrolle. Sie soll uns vor negativen Gefühlen, unerwarteten Ereignissen und Schmerz schützen. Sie soll uns das Gefühl geben, über alles Herr und Meister zu sein, alles im Griff zu haben. Denn dann ist alles gut, dann fühlen wir uns sicher und es geht uns besser – soweit die Theorie. Doch ist das wirklich so?

Kontrolle ist die Antwort auf viele unserer Ängste und Unsicherheiten. Solange wir uns einreden, alles im Griff zu haben, sind wir der Meinung, uns in Sicherheit wiegen zu können. Doch weisst du was? Sicherheit ist eine Illusion, Sicherheit existiert nicht, niemals.

Wie viele der Ängste, welche dich tagtäglich in deinen Gedanken begleiten, existieren wirklich, werden zur Realität? Sind wir ehrlich; die Wenigsten. Die meisten Dinge, vor denen wir Angst haben und uns fürchten, passieren nie.
Aber sie fühlen sich so real an, so verdammt real. Und genau daraus resultiert dann die Bewältigungsstrategie des Kontrollierens. Wir versuchen also tatsächlich Dinge zu kontrollieren, welche gar nicht real existieren. Klingt ein wenig verrückt, nicht?

Dieses Beispiel veranschaulicht aber ziemlich gut, dass nicht die „Kontrolle“ das eigentliche Thema ist, sondern die Angst, welche sich dahinter verbirgt.
Würde man jetzt beginnen, an diesem „Kontrollwahn“ zu arbeiten, so würde das Initialthema, die Angst, einfach einen anderen Weg finden, sich in deinem Leben bemerkbar zu machen. Und genau da gilt es, anzusetzen.
Genau das nennt man Schattenarbeit; die Angst hinter der Angst zu erkennen, ihr in die Augen zu blicken und zu wissen, dass sie da ist. Das ist der erste und wichtigste Schritt, um überhaupt eine langfristige Veränderung zu erzielen. An der Oberfläche zu kratzen, in der Komfortzone zu bleiben; das kann jeder! Aber wirklich tief zu tauchen, so, dass es schmerzt, das tun die wenigsten. Aber man muss eben auch tief fallen, um hoch zu fliegen.

Unsere tiefsten Ängste überdecken wir bewusst oder unbewusst, damit wir uns mit anderen, weniger schmerzvollen Dingen auseinandersetzen müssen. Welches Wort fühlt sich denn bitteschön besser und etwas „einfacher“ an; Kontrolle oder Angst?
Langfristig funktioniert diese Strategie leider nicht; denn unsere Schatten finden uns immer wieder und möchten gesehen werden; denn sie sind auch Teil von uns.

Du siehst, sich selbst einzugestehen, dass man eigenständig Vorwände erschafft, um einen leichteren Weg zu gehen, ist gar nicht so einfach. Aber es ist nie zu spät sich dafür zu entscheiden, hinter die Fassade zu blicken, sich zu stellen, und schlussendlich daran zu wachsen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: