Die wahre Freiheit führt durch Schmerz

«Lass die Vergangenheit hinter dir» – diesen Satz hast du bestimmt auch schon gehört oder vielleicht sogar selbst schon als Ratschlag an jemanden weitergegeben.
«Schau in die Zukunft, das was passiert ist, ist passiert» – in Wirklichkeit jedoch können die wenigstens Menschen die Vergangenheit, genauer gesagt prägende Situationen oder sehr schwerwiegende emotionale Ereignisse, einfach hinter sich lassen- und das ist auch gut so!

Irgendwann kommt der Moment; die Erinnerung holt dich ein und du fühlst dich plötzlich in die Vergangenheit zurückversetzt. Vielleicht triggert dich auch etwas ganz Spezielles und lässt das Erlebte noch einmal vor deinem geistigen Auge erscheinen. Bei mir persönlich passiert dies zum Beispiel vor allem durch bestimmte Lieder. Dies liegt daran, dass mich Musik emotional sehr stark berühren kann, aber auch daran, dass die Musik explizit mit den entsprechend schwierigen Situationen in Verbindung steht. Dies führt sogar so weit, dass ich tatsächlich bereits erlebte Momente genauso noch einmal durchlebe und ich die Gefühle von damals häufig, wenn auch in abgeschwächter Form, wahrnehme und fühle.
Und was ist der erste und häufigste Reflex von uns Menschen? Wir verfallen zurück in Trauer, Wut, Einsamkeit oder fühlen uns auf andere Art und Weise plötzlich mit all den Emotionen überfordert und wollen nur eines: flüchten.

Aber früher oder später wird einem bewusst, dass die Erinnerungen und Emotionen immer stärker sein werden, dass eine Flucht niemals zum Sieg führen wird.
«Lass die Vergangenheit hinter dir», so einfach gesagt und doch so unmöglich umzusetzen.

Ich denke wir sollten uns darüber bewusst werden, dass wir die Vergangenheit nicht hinter uns lassen müssen; dass wir ihr aber auch nicht unnötig viel Aufmerksamkeit schenken sollten. Ja, die Vergangenheit hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind; aber das war es dann auch schon. Sie muss dich in deinem jetzigen Leben nicht mehr beeinflussen- du konntest von ihr lernen, Erfahrungen sammeln und an ihr wachsen; das war gut – aber das Leben geht weiter und du hast jeden Tag die Möglichkeit, deinen Fokus auf das Jetzt und auf die Zukunft zu richten.

Die letzten Wochen habe ich meine Vergangenheit bewusst noch einmal aufgerollt. Und ich musste feststellen, dass die Vergangenheit nicht sonderlich viel mit der Realität zu tun hat. Dass ich jetzt an einem anderen Punkt stehe, dass ich ihr in meinem Unterbewusstsein noch zu viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, zu viel Platz gelassen habe.  Ich ging noch einmal durch den Schmerz von damals; sehr unangenehm und aufwühlend; schlussendlich aber befreiend und klärend.
Die wahre Freiheit führt durch den Schmerz.

Ich durfte feststellen, dass ich entscheiden kann und darf, was ich will und was nicht. Ich durfte feststellen, dass gewissen Verhaltensmuster und Denkweisen anderer Menschen nicht mit mir in Resonanz gehen – und dass ich diese Menschen gehen lassen darf, in Frieden. Zu häufig versuchen wir anderen zu gefallen, passen uns an die Wünsche und Vorstellungen an, anstatt authentisch und echt zu bleiben. Es wird dich aber niemals glücklich machen, nicht dein wahres Sein zu leben; deshalb beginne lieber bereits heute damit und trenne dich von dem, was dich verändern will und Forderungen stellt – denn du bist gut so, genau so wie du bist.

Ich habe mich dafür entschieden, die Vergangenheit loszulassen, damit abzuschliessen. Sie gehört zu mir, aber sie hat keine Macht mehr über mich. Ich bin stärker- und das bist du auch.
Widme dich deiner Ziele, deiner Wünsche und lasse unnötigen Ballast los- lenke deine Energie bewusst in die Richtung, die dich glücklich macht, auf Dinge, welche dir gut tun.
Loslassen ist wohl eines der schwierigsten Dinge, die wir hier auf dieser Welt lernen dürfen. Aber denke daran, du kommst mit nichts und du wirst auch mit nichts, ausser gewonnenen Erfahrungen, wieder gehen.

In diesem Sinne; nütze das Leben um glücklich zu sein und nicht dafür, in einem ewigen Hamsterrad festzusitzen.

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