Chan(g/c)e

Es sind nicht die äusseren Umstände, die das Leben verändern, sondern die inneren Veränderungen, die sich im Leben äussern.

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was dich im Leben antreibt? Was dich motiviert? Wofür stehst du jeden Morgen auf? Und hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was an den Tagen, an welchen du keine Motivation verspürst, anders ist?
Antrieb, Lebenstrieb – was ist das? Was bedeutet das für dich?

Vielleicht kennst du es auch; du nimmst dir etwas vor, hast ein Ziel vor Augen und bist unfassbar motiviert, alles für die Erreichung dessen zu tun. Du bist überzeugt, dass du es schaffen wirst. Aber bereits nach wenigen Tagen bzw. Wochen ist die Motivation wieder verschwunden, deine alten Muster haben dich eingeholt und du bist sauer und enttäuscht von dir selbst, dass du wieder nicht das umsetzen konntest, was du dir vorgenommen hast. Gerade jetzt, zu Jahresbeginn ist dieses Phänomen wunderbar zu beobachten. „Gesündere Ernährung, mehr Sport, kein Alkohol“ – alles wunderbare Vorsätze, welche aber oft bereits im ersten Drittel des Jahres wieder über Bord geworfen wurden.
Könnte es sein, dass dein Motiv falsch war? Dein „Warum“ zur Veränderung?
Unser menschliches Gehirn benötigt für alles was wir tun immer einen Grund. Das ist ein menschliches System und verknüpft mit deiner Psyche. Selbst wenn du dir dem Grund gar nicht offensichtlich bewusst bist; du tust alles aus einem bestimmten Motiv. Vielleicht ist es von emotionaler Natur, ein Defizit, Freude, Angst- was auch immer. Aber, und das wird leider oft vergessen, es gibt auch einen Antrieb der jenseits von diesem menschlichen System läuft.

Antriebslosigkeit ist ein kollektiv sehr aktuelles Thema. Wenn wir es nicht schaffen, immer wieder neue Motive und einen neuen Antrieb zu finden, dann gelangen wir auf die Ebene der Stagnation. Wir erledigen zwar täglich unsere To-Do’s, sind dann aber schlussendlich so gelangweilt und müde davon, dass wir abends einfach wieder ins Bett sinken und darauf warten, dass morgen wieder das Gleiche passiert. Wir können aus dieser Alltagsschlaufe nicht mehr aussteigen und das Leben plätschert einfach so dahin. Dein Einziger Antrieb zu diesem Zeitpunkt heisst „durchkommen“ und „den Tag überstehen“.
Du bist nicht alleine; unser Gehirn mag Veränderung nicht. Veränderung ist mit Arbeit verbunden, denn unsere Synapsen (Nervenzellen) müssen sich neu verbinden und verschalten. Der Prozess der Veränderung ist ein innerlicher, auch wenn Impulse von Aussen dabei helfen.

In einem ersten Schritt wäre es spannend zu wissen, welche Art der Motivation hinter deinem Motiv und deinem Wunsch nach Veränderung steckt:

Primäre Motivation ist die, die dem Menschen angeboren ist. Die Bedürfnisse, welche die primäre Motivation auslösen, sichern das Überleben, wie z.B. Hunger, Durst, Luft, Licht, Wärme, Ausscheidung, Schmerzvermeidung etc.
Sekundäre Motivation entwickelt sich durch die primären Motive. Sie wurden aufgrund des sozialen Umgangs mit anderen Menschen erlernt und erworben. Beispiele für sekundäre Motive sind: Bedürfnis nach Anerkennung, Sicherheit, sozialer Kontakt etc.
Intrinsische Motivation bedeutet das Lernen oder Arbeiten aus eigenem, innerem Antrieb. Die Handlung, die aus dieser Motivation entsteht, dient der persönlichen Befriedigung. Faktoren wie Spass und Interesse an einer Sache zu haben, spielen bei der intrinsischen Motivation durchaus eine Rolle.
Extrinsische Motivation besteht aus Lern- und Arbeitsanreizen, die durch die drei Komponenten: Entlohnung, soziale Kontakte in der Arbeit und der Möglichkeit der Weiterentwicklung (Beförderung) geprägt wird. Äussere Faktoren wie Macht, Anerkennung, Gehalt, Belohnung, etc. spielen bei der extrinsischen Motivation die entscheidende Rolle.
Unbewusste Motivation lässt Handlungen ausführen, die dem Menschen selbst schaden können (z.B. Rauchen, der zu hohe Genuss von Alkohol, zu viel essen etc.). Sigmund Freud hat daraus unbewusste Motive als Handlungsursache aufgeworfen. Die Begründung liegt – nach Freud – in Motiven, die in der Kindheit entstanden sind und die dem Erwachsenen nicht bewusst sind.
Bewusste Motivation lässt Handeln zu, über welches man sich im Klaren ist und mit dem man ein bestimmtes Ziel erreichen möchte.

Was ist aber eigentlich die Grundlage der Motivation? Woher kommt sie?
Nimm dir mal einen kleinen Augenblick und stell dir die Frage, welche Ziele und Wünsche du an dich und das Leben hast? Was ist deine Motivation zu leben? Und dann, in einem nächsten Schritt, versuche etwas tiefer zu tauchen in dem du dich fragst, weshalb du diese Ziele und Wünsche wirklich hast? Was steht dahinter? Was willst du wirklich? Und wenn du richtig tief getaucht bist, dann wirst du schlussendlich erkennen, dass du zu einem Gefühl gelangst. Es ist ein Gefühl, dass du „leben“ willst. Deine Ziele und Wünsche sind nur die Oberfläche von dem, was du fühlen willst. In Wirklichkeit geht es nicht um viel Geld, die Selbständigkeit oder den perfekten Körper – es geht um das, was du denkst zu fühlen, sobald du es erreicht hast.
Wir sind aber noch immer nicht auf dem Grund des Meeres angelangt. An dieser Stell dürfen wir uns erneut die Frage stellen, weshalb wir uns so sehr nach diesem Gefühl sehnen. Wann hat diese Sehnsucht begonnen, was hat diese Sehnsucht danach ausgelöst? Und dann wirst du dich mit ziemlich grosser Sicherheit irgendwo in deiner Kindheit wiederfinden. In einem bestimmten Moment, einem Erlebnis und einer Erkenntnis, welche du damals für dich getroffen hast.
Stell dir vor, deine Eltern hatten nur geringe finanzielle Mittel und konnten dir und deiner Familie nur selten Urlaub ermöglichen. Also war für dich das Thema Urlaub immer etwas Besonderes. Du hast dem Urlaub einen ganz speziellen Stellenwert gegeben und dir zum Ziel gesetzt, immer so viel Geld zu verdienen, dass du mindestens einmal im Jahr eine Fernreise machen kannst. Du wolltest es besser bzw. anders machen als deine Eltern und deiner eigenen Familie „mehr“ bieten können. Aber welches Gefühl steht konkret hinter dem Thema Urlaub? Kann es sein, dass der Urlaub damals mit der Familie immer ganz besonders war, weil er so selten stattfinden konnte und diese Zeit dann intensiv als Familie genutzt wurde? Dass deine Mutter und dein Vater dann besonders entspannt und glücklich waren? Kann es sein, dass du Urlaub mit Liebe, Geborgenheit und Freiheit verbindest? Oder mit finanzieller Unabhängigkeit, welche dir wiederum ein Gefühl von Sicherheit vermittelt?
Unser Antrieb und unsere Motive sind immer verknüpft mit unseren Erfahrungen, verknüpft mit unserer Vergangenheit. Viele Dinge, die du heute tust, tust du basierend auf deiner Vergangenheit.
Und nein, das ist nicht schlecht und das kann man auch absolut nicht umgehen und gehört zum Leben so sehr dazu, wie die Luft zum atmen. Aber dennoch dürfen wir uns hin und wieder die Frage stellen, ob diese Motive aus der Vergangenheit noch Sinn ergeben für das Leben im Hier und Jetzt.
Vielleicht ist es Zeit, diesen auf der Vergangenheit basierenden Antrieb zu hinterfragen und zu überprüfen, ob er noch benötigt wird? Du bist nicht mehr derselbe Mensch wie damals- hältst aber je nach dem noch immer an den damaligen Glaubenssätzen und Verhaltensmustern fest. Und vielleicht beeinflussen dich diese negativ und dürfen durch neue Motive, welche jetzt gerade stimmig sind, ersetzt werden.

Du kannst dein Leben jederzeit verändern – alles ist möglich. Du darfst das „fixed“ Mindset-Denken aufgeben und folgende Annahmen in die Tonne kloppen:

Intelligenz ist angeboren
Mit dem Alter wird man immer festgefahrener
Das Leben beginnt nach der Rente
Folge den Stärken, die dir leichtfallen und arbeite erst gar nicht an Schwächen
Der Mensch braucht Sicherheit
Schuster bleib bei deinen Leisten
Dysfunktionalität bleibt Dysfunktionalität

Stattdessen denke grösser:

Wir gestalten unser Gehirn selbst
Es gibt viel mehr Möglichkeiten, als wir selbst und andere sehen
Geh raus und lerne
Fördere und fordere auch andere
Das Leben ist jetzt
Alles ist trainierbar
Der Mensch braucht Autonomie
Trainiere systematisch dein Gehirn, um es flexibler zu machen

Hinterfrage dich, deine Glaubenssätze und deine Verhaltensweisen immer wieder und du wirst immer mehr zu dir, deinem innersten Kern und deiner authentischsten Version!
Change is Chance!

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